Breitbandmarkt steht vor Umbruch
Noch immer ist die Versorgung der so genannten weißen Flecken in Deutschlands Breitbandabdeckung ein heiß diskutiertes Thema. Die Nutzer möchte schnelles Internet erhalten, die Provider scheuen jedoch die hohen Investitionskosten in den weniger dicht besiedelten Regionen, in denen die Rentabilität aufgrund mangelnder Kundendichte geringer ist. Die Provider müssen ohnehin mit relativ geringen Gewinnmargen zurechtkommen. Denn in Deutschland gehört europaweit zu den Märkten, indem der Kampf um den Kunden am härtesten ausgefochten wird, was wiederum in einem Preiskampf endete und nun zu Breitband- und Telefontarifen von durchschnittlich 30 Euro im Monat geführt hat. Was den Kunden freut, ist für den Anbieter ein finanzieller Klotz am Bein. Denn ein Drittel der Einnahmen muss auch noch an die Telekom abgegeben werden, deren Leitungen zu den Kunden genutzt werden.
Die niedrigen Tarifpreise und die damit verbundenen geringen Margen für die Provider stellten lange Zeit kein Problem dar, da der Markt immer weiter wuchs. Nun verlangsamt sich das Wachstum des Breitbandmarktes jedoch. Dieses Jahr soll das Wachstum nur noch 60 Prozent des Wachstums vom Vorjahr betragen. Die DSL-Anbieter haben daran zu beißen. Denn zahlreiche Kunden wählen als Breitband-Provider die Telekom oder aber einen TV-Kabelnetzanbieter, der auch Internet und Telefon über eine Leitung anbietet.
In diesem Wettbewerb um den Kunden am Breitbandmarkt sind die TV-Kabelnetzanbietern gegenüber den anderen DSL-Anbietern klar im Vorteil. Denn die TV-Kabel bieten höhere Kapazitäten und somit auch höhere Geschwindigkeiten beim Surfen. Über 25 Prozent aller Breitbandanschlüsse werden dieses Jahr bereits bei TV-Kabelanbietern eingerichtet. Den DSL-Anbietern bleibt hierbei nur mehr die Möglichkeit, die Glasfasernetze auszubauen. Doch dies erfordert hohe Investitionen, die durch die geringen Gewinnmargen nur schwer finanziert werden können. Expertenmeinungen zufolge wird es daher schon bald zu Konsolidierungen am Breitbandmarkt kommen. Einige Übernahmen wie der Aufkauf der AOL-Kundschaft durch Hansenet haben bereits den Anfang dazu gemacht. Doch weitere werden sicherlich bald folgen.
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