EU ermöglicht mobiles Internet über Handy Frequenzen - Informationen & Meinungen



EU ermöglicht mobiles Internet über Handy Frequenzen

Die EU hat in Brüssel erst kürzlich eine wichtige Barriere auf dem Weg zu mobilem Internet mit 900 Mhz Frequenzen beseitigt. Denn bisher war es nicht möglich, diese Frequenzen auch für das mobile Internet zu nutzen. Die 900 Mhz Frequenzen waren ausschließlich für die mobile Telefonie reserviert. In Deutschland haben die Anbieter T-Mobile und Vodafone die meisten 900 Mhz Frequenzen. Sie werden demnach am meisten von der neuen Regelung profitieren können. E-Plus hat bereits gefordert, einen größeren Anteil an 900 Mhz Frequenzen zu bekommen.

Durch die neue Regelung zur EU-weiten Freigabe der 900 Mhz Frequenzen für mobiles Internet wird es ermöglichen, dass diese alten Telefonfrequenzen für die neue Internettechnologie genutzt werden können. Somit soll auch der Ausbau des mobilen Internets in bisher schlecht versorgten Regionen schneller erfolgen können. Die Entscheidung des Ministerrates der Europäischen Union wird unter den Mobilfunkunternehmen zu einem verstärkten Wettbewerb am Telekommunikationsmarkt führen. Denn durch die zusätzliche Nutzung der 900 Mhz Frequenzen wird mehr Flexibilität gegeben sein. Dadurch werden sich drahtlose Breitbanddienste auch rascher und in größerem Ausmaß verbreiten können. Dieses Ziel wurde auch von der Europäischen Kommission unterstützt.

Durch die Neuregelung zur Nutzung der Frequenzen für mobiles Internet soll es auch endlich gelingen, die bisher noch unversorgten Gebiete zu bedienen. Denn bisher gibt es noch zahlreiche ländliche Regionen, die hier noch deutlich unterversorgt sind oder in denen es beispielsweise auch noch gar keine adäquaten Lösungen für mobiles Breitbandinternet gibt. Durch die Nutzung der 900er Frequenzen soll dies gelingen. Bisher wird schnelles Mobilfunkinternet über UMTS Frequenzen angeboten. Doch die 900er Frequenzen eignen sich besser für die Datenübertragung. Denn mit einer Basisstation einer 900 Mhz Frequenz lässt sich eine Fläche abdecken, die vier Mal so groß ist wie die, die sich mit einer UMTS-Basisstation versorgen ließe. Auf diese Weise sind damit natürlich auch geringere Kosten für die Netzbetreiber verbunden. Die Europäische Kommission hat dazu sogar schon Kalkulationen angestellt und rechnet damit, dass sich durch diese Möglichkeit ein Einsparungspotenzial von insgesamt rund 1,6 Mrd. Euro für die Branche ergeben können.

Die Anbieter T-Mobile und Vodafone besitzen in Deutschland rund drei Mal so viele 900 Mhz Frequenzen wie die anderen Anbieter E-Plus oder O2. Daraus ergibt sich natürlich auch, dass diese Unternehmen von der Neuregelung mehr profitieren würden als andere Anbieter in Deutschland. Auch E-Plus ist davon überzeugt, dass die Umwidmung der Frequenzen sinnvoll ist, und begrüßt dies. Jedoch fordert E-Plus aber auch einen Tausch der Frequenzen mit den großen Anbietern, damit die kleineren Anbieter nicht benachteiligt würden. Laut E-Plus wird darin die einzige Möglichkeit gesehen, um die Benachteiligung bei den Frequenzen auszugleichen. Es ist jedoch eher unwahrscheinlich, dass ein solcher Tausch stattfinden wird, da sich die großen Anbieter sicher kein Stück von ihrem Kuchen abschneiden lassen werden. Doch für die kleineren Anbieter könnte es auch andere Möglichkeiten geben, um von der neuen Umwidmung der Frequenzen profitieren zu können. Denn die Bundesnetzagentur plant derzeit, einige Frequenzen zu versteigern. Denn auch in anderen Bereichen fanden Umstellungen statt. So wurde von der Rundfunkübertragung beispielsweise auf digitale Rundfunkübertragung umgestellt. Hierdurch sind auch einige Frequenzen frei geworden. Für diese Frequenzen soll eine Versteigerung stattfinden, bei denen diese von den Mobilfunkern ersteigert werden könnte. Die Bundesnetzagentur plant aber auch hier, den großen Mobilfunkanbietern nur einen beschränkten Zugang zu dieser Versteigerung zu gewähren und will das Ausmaß der Frequenzpakete für diese Anbieter festlegen. Somit soll verhindert werden, dass die kleineren Anbieter weiter benachteiligt werden.

Durch die Freigabe der 900 Mhz Frequenzen für Internet Dienste erhofft sich die EU nicht nur einen verstärkten Wettbewerb in diesem Bereich, sondern auch die Möglichkeit, neue Technologien und Dienste entwickeln zu können, mit denen die EU eine weltweite Führungsposition einnehmen können soll. Die neue Richtlinie wurde auch im Europäischen Parlament bereits abgesegnet und soll im Oktober gültig werden.

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